Gesundheits-Check für Airlines
Die EU-Kommission fühlte Fluggesellschaften in einer breit angelegten
Untersuchung auf den Zahn, es ging dabei um die Werbung und Praktiken
beim Online-Ticketverkauf in puncto Preistransparenz, Zugang zum
Flugpreis, Zahlungsmodalitäten, Sprache, Sonderangebote sowie
kostenlose Flugscheine.
Seit September 2007 ermittelte die Kommission gemeinsam mit nationalen Durchsetzungsbehörden (Deutschland nahm jedoch nicht teil), ob europäische Fluggesellschaften die bestehenden Rechtsvorschriften einhalten. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, aber dennoch bleibt viel zu tun: Auf Druck der EU wurden in der Zwischenzeit 115 der 137 untersuchten Webseiten korrigiert, die von rund 80 verschiedenen Fluggesellschaften stammen, d.h. in 85 % der Fälle sind die Durchsetzungsmaßnahmen abgeschlossen.
Darüber hinaus fand im März 2009 ein sogenannter „Gesundheits-Check“ [1] statt, bei dem die sieben wichtigsten Ticket-Webseiten in jedem der 27 Mitgliedstaaten überprüft wurden. Zugrunde lag ein 14-Punkte-Katalog, der gemeinsam mit der Luftverkehrsbranche entwickelt wurde: Ist der volle Preis mit allen Steuern und Gebühren inklusive angegeben – und zwar schon zu Beginn der Buchung? Sind z.B. Reiseversicherungen als Opt-In-Option erhältlich und nicht von vornherein einberechnet? Gelten für Kunden aus allen EU-Mitgliedstaaten die gleichen Preise? In welchen Sprachen ist die Webseite verfügbar und welche Zahlungsmittel sind möglich?
Bei den Testkäufen stellte sich heraus, dass die meisten der 67 untersuchten Top-Airlines die Kriterien erfüllten: 16 Gesellschaften bekamen eine „gute Gesundheit“ bescheinigt und verpflichteten sich, auch in Zukunft so hohe Standards einzuhalten; 36 Airlines reagierten umgehend mit der Zusage an die Kommission, Abhilfe zu schaffen. Doch noch immer gibt es rund ein Dutzend „schwarze Schafe“, die sich nicht an die Regeln halten, insbesondere was fehlende Preistransparenz und irreführende Werbung anbelangt.
Die Liste der „gesunden“ Airlines finden Sie in der Pressemitteilung der EU.
Was die Zukunft bringt
- Die Ergebnisse des Gesundheits-Checks sind an die nationalen Durchsetzungsbehörden weitergeleitet worden, damit diese ggf. weitere Maßnahmen veranlassen.
- Die Kommission arbeitet zurzeit mit dem Luftverkehrsgewerbe an einer branchenweiten Vereinbarung, um die Standards (auch mit Hilfe von Kontrollen durch Dritte) zu wahren.
- Die Kommission wird im Juni 2009 eine Mitteilung zum Thema Durchsetzung vorlegen, mit der das Netz der nationalen Durchsetzungsbehörden (CPC-Netz), das seine Arbeit vor zwei Jahren aufgenommen hat, gestärkt werden soll.
[1] Der „Gesundheits-Check“ (Health Check) ist eine Untersuchung der Gesamtsituation in der Luftverkehrsbranche. Die Ergebnisse haben die Kommission zu einer politischen Initiative veranlasst, die dazu dienen soll, dass die in der Checkliste aufgeführten Punkte besser eingehalten werden. Die Ergebnisse dieses Checks und die Folgemaßnahmen der Kommission bedeuten nicht, dass ein Regelverstoß vorliegt. Nur die nationalen Durchsetzungsbehörden sind befugt, bei Verstößen formal zu ermitteln.



