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Zehn goldene Regeln

Zehn Gebote für den Einkauf auf ausländischen Websites

Im Internet bei einem Anbieter im EU-Ausland einzukaufen, kann sehr interessant sein: günstigere Preise, größere Auswahl und das Ganze bequem am Rechner daheim. Allerdings  ist Online-Shopping nie völlig risikolos. Besonders wachsam sollten Sie immer dann sein, wenn Sie auf das totale Super-Schnäppchen stoßen. Manche Angeboten sind einfach zu schön, um wahr zu sei. Doch auch im Internet gibt es nichts zu verschenken. Und betrügerische Anbieter lieben die Anonymität des Netzes.

Um bösen Überraschungen aus dem Wege zu gehen, sollten Sie sich ein paar Ratschläge zu Herzen nehmen.

1. Vergleichen Sie – nicht nur die Preise!

Sie haben ein Produkt gefunden, das Ihnen gefällt? Vergleichen Sie die Preise nicht nur mit anderen Angeboten im Internet, sondern auch mit den Preisen in den Ladengeschäften Ihrer Umgebung. Denn im Internet ist längst nicht alles billiger. Ebenso wenig sind große Supermärkte und Discounter immer preisgünstiger als die kleinen Fachhändler.

Beziehen Sie auch die zusätzlichen Leistungen und den gebotenen Service ein. Üblicherweise kommen zu den Preisen für im Internet angebotene Waren noch Versandkosten hinzu. Die können gerade bei Waren, die aus dem Ausland kommen, ganz beträchtlich sein.

Übrigens: Für Produkte aus anderen EU-Ländern dürfen weder Zölle noch die Einfuhrumsatzsteuer (nicht zu verwechseln mit der Mehrwertsteuer) berechnet werden. Dies ist beim Einkauf außerhalb der EU anders. Beim Bestellen von besonders günstigen Markenartikeln ist Vorsicht vor Plagiaten geboten. Es gibt auch bestimmte Produkte, die nicht ohne weiteres über einen Online-Shop in einem anderen EU-Staat eingekauft werden dürfen. Dazu gehören beispielsweise Tabakwaren, Kaffee und Alkoholika (mehr Auskünfte unter www.zoll.de).

2. Wählen Sie Ihren Händler mit Bedacht!

  • Überprüfen Sie, ob auf der Webseite der Name der Firma/des Geschäftsführers und andere wichtige Angaben wie Postadresse oder Handelsregisternummer zu finden sind. Diese sog. Impressumspflicht besteht EU-weit.

  • Hüten Sie sich vor Händlern, auf deren Webseiten lediglich eine E-Mail-Adresse, ein Postfach oder eine teure Telefonnummer zur Kontaktaufnahme genannt werden.

  • In Zweifelsfällen und falls keine teure Telefonnummer rufen Sie den Händler an und erkundigen Sie sich bei ihm nach zusätzlichen Produktinformationen, nach dem Kundenservice oder auch den Lieferbedingungen.

  • Klären Sie, ob auf der Webseite die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und eine Widerrufs- oder Rückgabelehrung zu finden sind.

  • Auf der Seite kann auch ein Gütesiegel sein, das besagt, dass es sich um eine vertrauenswürdige Webseite handelt. Vorsicht: Es kommt vor, dass seriöse Siegel unerlaubt verwendet werden oder dass mit Phantasiesiegeln Qualität vorgetäuscht wird. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall daher nach dem Vergabeverfahren des Siegels, eventuell damit verbundenen Garantien und fragen Sie zusätzlich beim Siegelaussteller nach, ob der Online-Shop tatsächlich dort registriert ist. Ein einfacher Online-Check ist dort meist möglich. Empfehlungen der Initiative D21 zu Internet-Gütesiegeln unter: www.internet-guetesiegel.de

  • Scheuen Sie nicht davor zurück, sich auf anderen Webseiten oder in Foren danach zu erkundigen, welche Erfahrungen vorherige Käufer mit dem Händler gemacht haben. Denken Sie aber daran, dass in Foren auch rein subjektive Eindrücke geschildert werden können. Findige Unternehmer nutzen in der Zwischenzeit solche Foren auch, um Werbung für sich zu machen oder schlechte Meinungen über Mitbewerber zu verbreiten! Schauen Sie am besten in unterschiedlichen Foren nach!

 

3. Denken Sie an die Lieferfristen!

Möchten Sie jemandem ein Geschenk zum Geburtstag machen oder brauchen Sie die bestellte Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt?

Dann beachten Sie unbedingt die Lieferfristen, die für die Ware angegeben sind, und bestellen Sie rechtzeitig, insbesondere bei Produkten, die aus dem Ausland geliefert werden: Allein die Auslandsüberweisung kann mehrere Tage dauern, und auch der Postversand aus dem Ausland nimmt oft viel Zeit in Anspruch.

4. Holen Sie Informationen zu den Zahlungssystemen und ihren Kosten ein!

Oft kommt es vor, dass ausländische Webseiten Sie dazu auffordern, den Preis des Produktes im Vorhinein zu begleichen, und dabei weder Zahlung per Scheck noch per Nachnahme akzeptieren, sondern nur per Banküberweisung oder Kreditkarte. Überprüfen Sie, ob für einzelne Zahlungsarten zusätzliche Kosten entstehen.

  • Sie können sicherstellen, dass Sie für die Überweisung ins Ausland nicht mehr Gebühren zahlen als für eine inländische, indem Sie sich vom Händler dessen internationale Bankverbindungsdaten geben lassen (IBAN und BIC).

  • Zahlen Sie nur dann per Kreditkarte, wenn Sie sich auf einer sicheren Webseite befinden (erkennbar an einem Vorhängeschlosssymbol im Rahmen des Browserfensters und an dem „s“ hinter „http“ à https://www...). Außerdem sollten Sie Ihre Kartenprüfnummer (dreistellige Ziffer im Unterschriftsfeld auf der Rückseite Ihrer Kreditkarte) niemals dem Händler persönlich schicken, sondern nur in die dafür vorgesehenen Felder eintragen.

    Tipp: Legen Sie sich für Internetgeschäfte eine zusätzliche Kreditkarte zu, die nur einen geringen Verfügungsrahmen hat. Das Risiko minimiert sich auf eine bestimmte Summe!

  • Sollten Sie feststellen, dass Sie betrogen worden sind, kontaktieren Sie unmittelbar Ihre Bank. Sollten Sie per Kreditkarte gezahlt haben, können Sie sich auf diesem Weg in der Regel innerhalb bestimmter Fristen fast immer Ihr Geld zurückholen. Erkundigen Sie sich am besten schon einmal vorsorglich bei Ihrer Bank nach den näheren Modalitäten.

  • Vertrauen Sie einem Dritten Ihr Geld nur an, wenn Sie sich über ihn erkundigt haben. Das gilt insbesondere für einige Treuhanddienste.

  • Vorsicht auch vor Überweisungen via Geldtransferdienst bei unbekanntem Empfänger!

5. Geben Sie bei der Online-Bestellung nur die absolut notwenigen Daten ein!

Ganz ohne Angabe von Daten geht es natürlich nicht: Um die bestellte Ware auszuliefern,  braucht der Händler natürlich eine Adresse und einen Namen. Oft wird jedoch nach zahlreichen anderen Daten gefragt. Überlegen Sie sich, ob Sie diese wirklich angeben wollen. Unterscheidet der Händler nicht zwischen freiwilligen und zwingenden Angaben und fragt trotzdem vieles ab, sollten Sie darüber nachdenken, bei einem anderen Online-Shop einzukaufen.

6. Lassen Sie sich Zeit bei der Bestellung!

Überprüfen Sie noch einmal genau, welche Produkte sich in Ihrem Warenkorb befinden, wie hoch die Lieferkosten sind und bei einer Bestellung außerhalb der EU, welche Steuern eventuell noch auf den Preis aufgeschlagen werden.

Drucken Sie sich Ihre Bestellung bzw. Ihren Kaufvertrag (ggf. auch die detaillierte Produkt-beschreibung) sowie die AGB und Widerrufsbelehrung aus oder speichern Sie sie auf Ihrem Computer ab, da es durchaus vorkommt, dass die Angaben im Nachhinein verändert werden.

7. Schauen Sie sich den Zustand der Ware sofort an, wenn die Lieferung bei Ihnen ankommt, und reklamieren Sie notfalls!

Machen Sie den Kurierdienst sofort auf eventuelle Schäden aufmerksam und vermerken Sie diese auch auf dem Annahmeschein.

Reklamieren Sie zudem schriftlich beim Händler, dass das Produkt beschädigt bei Ihnen ankam oder nicht dem entsprach, was Sie bestellt hatten. Bitten Sie ihn zudem um die Reparatur der Ware oder den Umtausch gegen ein neues Produkt. Sie selbst können ihm auch eine angemessene Frist setzen.

8. Beachten Sie die Widerrufsfristen!

Wenn Ihnen das Produkt doch nicht gefällt oder nicht Ihren Wünschen entspricht, haben Sie in den meisten EU-Ländern nur sieben (Werk-)Tage nach Erhalt Zeit, um es zurück zum Händler zu schicken. In sehr vielen Fällen können Sie sich aber auch bei Einkäufen auf Webseiten aus dem EU-Ausland auf deutsches Recht berufen und hätten damit 14 Tage Zeit, die Ware zu widerrufen. Wenn Sie sieben Tage einhalten, sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite.

ACHTUNG! Das Widerrufsrecht gilt nicht:

  • für bestimmte Produkte: CDs oder DVDs, deren Versiegelung geöffnet wurde, verderbliche Waren, Zeitungen und Zeitschriften etc.
  • für bestimmte Dienstleistungen: Hotelübernachtungen, Konzert- oder Flugtickets etc.
  • für Waren, die von Privatpersonen verkauft wurden (z.B. auf Aktionsplattformen)
  • für Sonderanfertigungen, d.h. speziell auf die Wünsche des Kunden zugeschnitten und nicht aus leicht zusammensetzbaren Einzelteilen angefertigt. Kriterium ist, ob die Ware leicht zum selben Preis an eine andere Person verkauft werden könnte.



9. Schicken Sie das Produkt am besten originalverpackt und als Paket zurück, wenn Sie es nicht doch nicht wollen!

Wenn Sie das Produkt zum Händler zurückschicken, weil Sie den Kaufvertrag widerrufen wollen, trägt dieser zwar grundsätzlich das Risiko für etwaige Transportschäden.

  • Dennoch sind auch Sie dazu verpflichtet, das Produkt bei Rücksendung  ordnungsgemäß zu verpacken. Ansonsten werden Sie haftbar gemacht, wenn es dabei beschädigt wird.

  • Es empfiehlt sich auch, die Ware in der Originalverpackung zurückzuschicken, denn ansonsten könnte der Händler eventuell Entschädigung dafür verlangen, dass er die Ware nicht mehr zum Originalpreis verkaufen kann.

  • Versenden Sie auch kleinere Gegenstände am besten als Paket und nicht als Päckchen, damit Sie einen Einlieferschein erhalten. Mit diesem lässt sich im Zweifelsfall beweisen, dass das Paket auch tatsächlich zurückgeschickt wurde.

 

10. Lassen Sie sich im Streitfall von den Europäischen Verbraucherzentren helfen!

Sollten Sie selbst im Streitfall keine Einigung mit dem Händler erreichen, können Sie sich mit allen wichtigen Unterlagen (Kopien der Verträge, E-Mail-Verkehr etc.) an das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland wenden. Mithilfe von Kollegen aus dem Land, in dem der Unternehmer sitzt, werden sich die Juristen daraufhin um eine gütliche Einigung mit dem Händler bemühen – und zwar völlig kostenlos.

http://www.eu-verbraucher.de/de/verbraucherthemen/internethandel-in-der-eu/zehn-goldene-regeln/